05. - 12.06.24           En

Ellbogen

D 2024 | 86 Min. | DF Programm für Kindergärten & Schulen Neue deutsche Filme

NDR Filmpreis für den Nachwuchs

Ab 10. Klasse (Ab 13 Jahren, FSK 12)
Hazal ist jung und träumt davon, der Enge ihrer Familie zu entkommen. Ihr sehnlichster Wunsch: Ein Job, der ihr Unabhängigkeit bringt. Doch trotz vieler Bewerbungen wird sie zu keinem einzigen Gespräch eingeladen. Stattdessen sitzt sie in einer Bildungsmaßnahme vom Job-Center fest, die sie immer wieder auf ihren Platz verweist. Aber an ihrem 18. Geburtstag fühlt sich Hazal stark. Es ist wie in alten Zeiten, als sie und ihre Freundinnen dachten, sie könnten alles erreichen, solange sie nur zusammenhalten. Erst als sie in der Schlange eines hippen Clubs stehen, wird Hazal klar, dass sie hier nicht hingehören. Und sie behält recht. Der Türsteher lässt sie abblitzen. Auf dem Heimweg werden sie von einem überheblichen Studenten belästigt, die Situation eskaliert. Die Wut aus der nicht enden wollenden Ablehnung eruptiert in einer folgenschweren Begegnung... Hazal flieht Hals über Kopf nach Istanbul, in eine brandneue Stadt in einem ihr unbekannten Land. Dort muss sie allein überleben, koste es was es wolle.

„Ellbogen“ ist ein atmosphärisch dichtes Porträt einer jungen Frau, die einen hohen Preis zahlt, um sich von den Projektionen der Gesellschaft zu befreien. „Vor allem die Tat und Hazals scheinbar fehlende Reue haben uns gepackt und lassen uns nicht mehr los. Sie ist eine komplexe Frauenfigur, die sich der Täter-Opfer-Dichotomie verweigert. Sie trägt dazu bei, die Barrieren der Gesellschaft aufzuzeigen, die so schwer zu durchbrechen sind. Hazals Welt ist eine, die nicht nur ich, sondern viele Migrant*innen in Deutschland und Europa kennen. Es ist ein Leben, das darin besteht, sich ständig behaupten oder beweisen zu müssen. In Hazal wird diese Gesellschaft entlarvt. Ihre Stärke berührt uns tief.“ (Regisseurin Aslı Özarslan)

Themen: Perspektivlosigkeit, Träume, Erwachsen werden, Zusammenhalt, Chancen(un)gleichheit, Zugehörigkeit, Diskriminierung, Ausgrenzung, Außenseiter, Gewalt
Unterrichtsmaterial: noch nicht vorhanden

 

Regie: Aslı Özarslan
Buch: Claudia Schaefer, Aslı Özarslan, nach dem gleichnamigen Roman von Fatma Aydemir
Kamera: Andaç Karabeyoğlu-Thomas
Schnitt: Ana Branea, David J. Achilles
Musik: Délphine Mantoulet
Mit: Melia Kara, Jamilah Bagdach, Asya Utku, Nurgül Ayduran, Doğa Gürer, Mina Özlem Sağdiç, Jale Arikan, Ali Emre Şahin, Ercan Karaçayli, İdil Baydar, Shadi Eck, Haydar Şahin u.a.
Produktion: Jamila Wenske / Achtung Panda!
Verleih: jip film & verleih
Weltvertrieb: ArtHood Entertainment

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Aslı Özarslan

ASLI ÖZARSLAN (*1986 in Berlin) studierte Theater und Medien an der Universität Bayreuth sowie Philosophie und Soziologie an der Université Sorbonne IV in Paris. Sie besuchte Filmworkshops in Israel und in der Türkei. Von 2012-2017 folgte ein Studium der Dokumentarfilmregie an der Filmakademie Baden-Württemberg. Nach mehreren Stipendien wurde sie 2023 von Netflix für ein Talent Workshop in Prag eingeladen. Ihr Diplomfilm“Dil Leyla“ (2016) und ihr Film „Insel 36“ (2014) gewannen internationale und nationale Auszeichnungen. Mit „Ellbogen“ gab sie in diesem Jahr ihr Spielfilmdebüt, das seine Weltpremiere auf der 74. Berlinale feierte.
 

Filmografie: Ellbogen (2024), Dil Leyla (2016), Insel 36 (2014), Kanak Sprak bist Du (2012), Reflektzone (2009, Kurzfilm)

Vorführtermine

05.06.24 | 10:00 Uhr| Leer (Kino-Center)
05.06.24 | 10:45 Uhr| vhs Forum, Emden
06.06.24 | 09:15 Uhr| Kino Aurich
07.06.24 | 19:15 Uhr| Conversationshaus, Norderney
08.06.24 | 19:10 Uhr| CineStar 2, Emden
09.06.24 | 15:40 Uhr| CineStar 6, Emden
11.06.24 | 08:30 Uhr| Papenburg (Kino)