12. - 19.06.19           En

Vincent will Meer

D 2010 | 96 Min. | DCP | DF Emder Schauspielpreis

Vincent haut ab! Raus aus der Klinik, in der er lernen sollte, mit seinem Tourette-Syndrom umzugehen. Er will nach Italien ans Meer – und dabei kommt er noch nicht mal bis zum Bäcker, sagt sein Vater. Im geklauten Auto sitzen die magersüchtige, rebellische Marie (Karoline Herfurth), die ihn zur Flucht überredet hat, und sein zwangsneurotischer Zimmergenosse Alexander. Vincents Vater und die Psychologin der Klinik nehmen die Verfolgung auf. Vincent, Marie und Alexander setzen derweil alles daran, das Leben auf ihre Weise zu meistern – auch wenn sie sich dabei ständig auf die Nerven gehen. Am Ende der Reise ist zwar niemand geheilt, aber alles ist anders.

Humorvoll und leichtfüßig kommt der Film als Road-Movie daher. Gleichzeitig schafft Regisseur Ralf Huettner es, die psychischen Erkrankungen seiner bezaubernden Protagonisten spürbar zu machen, ohne dabei zu sehr zu belasten. „Besonders eindrucksvoll: wie Karoline Herfurth die Fragilität der magersüchtigen Marie hinter einer Fassade auftrumpfender Widerspenstigkeit immer deutlicher zum Vorschein kommen lässt.“ (epd Film) „Es war zuerst schwierig für mich, einen Zugang zu der Figur zu bekommen. Ich habe automatisch einen Selbstschutz aufgebaut, denn dieser Lebensbereich der Magersucht ist eine wahnsinnig zerstörerische Welt“, so Karoline Herfurth über ihre Rolle.

Regie: Ralf Huettner
Buch: Florian David Fitz
Kamera: Andreas Berger
Schnitt: Kai Schroeter
Musik: Stevie B-Zet, Ralf Hildenbeutel
Mit: Karoline Herfurth, Florian David Fitz, Heino Ferch, Katharina Müller-Elmau, Johannes Allmayer
Produktion: Olga Film Produktion
Produzenten: Harald Kügler, Viola Jäger
Verleih: Constantin Film Verleih

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Ralf Huettner

wurde 1954 in München geboren und studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Bekannt wurde er mit Komödien wie „Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“ (1993) mit Helge Schneider, „Voll normaaal“ (1994) und „Die Musterknaben“ (1997). Für die Fernsehserie „Um die 30“ wurde er 1996 mit dem Deutschen Fernsehpreis für das  beste Drehbuch ausgezeichnet. 2008 erhielt er für „Dr. Psycho – Die Bösen, die Bullen, meine Frau und ich“ den Adolf-Grimme-Preis.

Filmografie: Ausgerechnet Sibirien (2012), Vincent will Meer (2010), Reine Formsache (2006), Mondscheintarif (2001), Voll normaaal (1994)