10. - 17.06.20           En

Timbuktu

F/Mauretanien 2014 | 97 Min. | DCP | OmU | Drama Film zu Ehren Bernhard Wicki

Nicht weit von Timbuktu leben Kidane und seine Familie friedlich als Hirten in den Dünen. Doch die Herrschaft der islamistisxchen Fanatiker hält immer mehr Einzug in den Alltag der Familie: Frauen müssen sich verschleiern, Musik hören wird verboten. Schließlich zwingt ein tragisches Ereignis Kidane, die kompromisslose Weltanschauung der Islamisten ohne Gnade zu ertragen. 

Eigentlich wollte Regisseur Abderrahmane Sissako einen dokumentarischen Essay über die Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus in Mali drehen – doch nachdem er die Steinigung eines ehebrecherischen Paares durch die Extremisten hatte miterleben müssen, verarbeitete er den Stoff zum Spielfilm. Mit „Timbuktu“ ist Sissako ein Meisterwerk gelungen, das zur politischen Lage in Nordafrika Stellung bezieht und sich zugleich große Freiheiten nimmt, um in wohlkomponierten Bildern eine poetische Stimmung zu schaffen. Sissako gilt als einer der wichtigsten Filmemacher Afrikas, mit „Timbuktu“ gewann er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Preis der ökumenischen Jury in Cannes und den Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke.

 

Regie: Abderrahmane Sissako
Buch: Abderrahmane Sissako,  Kessen Tall
Kamera: Sofiane El Fani
Schnitt: Nadia Ben Rachid
Musik: Amine Bouhafa
Mit: Ibrahim Ahmed dit Pino, Toulou Kiki, Abel Jafri, Fatoumata Diawara, Hichem Yacoubi, Kettly Noël
Produktion: Les films du Worso, Dune Vision
Produzenten: Sylvie Pialat, Abderrahmane Sissako
Verleih: Arsenal Filmverleih

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Abderrahmane Sissako

geboren 1961 in Mauretanien, hat Kindheit und Jugend in Mali verbracht, bevor er zehn Jahre in Moskau lebte. Sein Abschlussfilm am Institut du Cinéma (VGIK) machte ihn mit einem Schlag zu einem der wichtigsten Filmemacher aus Afrika. Mit „Timbuktu“ und zahlreichen Festivalauszeichnungen erreichte Sissakos Karriere im vergangenen Jahr ihren bisherigen Höhepunkt. Seit über zehn Jahren hat sich der Regisseur und Autor in Frankreich niedergelassen.

Filmografie: Timbuktu (2014), Bamako (2006), Abouna (2002),  Heremakono (2002), Rostov-Luanda (1998), Sabriya (1997), Oktyabr (1993)