12. - 19.06.19           En

Komödien-Kracher und Thriller-Highlights: Die Langfilm-Sektionen

Ein vielfältiges Spektrum an brandneuen Kinoproduktionen aus Nordwest-Europa sowie aus exotischen Filmregionen wie Indien und Neuseeland präsentiert das 27. Internationale Filmfest Emden-Norderney in seinen Sektionen „Internationale Reihe“ und „World Cinema“: Als Deutschlandpremieren sind hier unter anderem die neuste Jussi Adler-Olsen-Verfilmung „Erlösung“ von Hans Petter Moland und die französischen Komödien „Unterwegs mit Jacqueline“ von Mohamed Hamidi und „Frühstück bei Monsieur Henri“ von Ivan Calbérac zu sehen. Aus Belgien kommen der Science Fiction-Thriller „Sum of Histories“ von Lukas Bossuyt und die Gangster-Komödie „The First The Last“ von Bouli Lanners, der dafür auf der Berlinale mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet wurde. Ein weiterer Berlinale-Gewinner in der Reihe „International“ ist Gianfranco Rosis „Seefeuer“, der den Goldenen Bären erhalten hat. Die Niederlande ist mit Nicole van Kilsdonks Biker-Tragikomödie „Ventoux“ vertreten, Schweden mit Måns Månssons „The Yard“ über prekäre Arbeitsbedingungen in Zeiten der Globalisierung. Einen ungewöhnlichen Einblick in das Liebesleben einer muslimischen Gesellschaft bietet die Komödie „Liebe Halal“ als deutsch-libanesische Koproduktion. Die wahre Geschichte aus „Das Talent des Genesis Potini“ (Regie: James Napier Robertson, neuseeländischer Oscar-Kandidat) erzählt den Aufstieg des Schachgenies in den Vororten Aucklands. Zur besonderen Ehrung von Bernhard Wicki läuft Abderrahmane Sissakos in Cannes ausgezeichneter Spielfilm „Timbuktu“ über den Einfall islamischer Fundamentalisten in einem nordafrikanischen Dorf.

Von Schottland über die englische Provinz bis nach Kuba und Afrika: New British & Irish Cinema

Frische Film-Entdeckungen aus Großbritannien und Irland haben seit jeher einen besonderen Stellenwert im Programm des Internationalen Filmfest Emden-Norderney: In diesem Jahr sind ganze fünf Deutschlandpremieren in der Reihe „New British & Irish Cinema“ zu sehen, darunter das „bitter-sweet Road Movie“ „Burn Burn Burn“ über zwei Freundinnen, die die Asche ihres verstorbenen Kumpels an ausgewählten Orten in der britischen Provinz verstreuen. Die Science Fiction-Verfilmung nach J.G. Ballard „High-Rise“ spielt in einem kafkaesken Hochhaus-Komplex in London, die John Le Carré-Verfilmung „Verräter wie wir“ bietet Hochspannung im Netz der russischen Mafia, während der kubanisch-britische Coming-of-Age-Film „Viva“ von Paddy Breathnach in das pulsierende Havanna entführt. Nana Obiri Yeboahs „The Cursed Ones“ schließlich zeigt das erschreckend realistische Bild einer Hexenverfolgung im heutigen Ghana. Im schottischen Hochland ist Amy Hardies Dokumentarfilm „Seven Songs for a Long Life“ angesiedelt, der erstaunlich lebensfrohe Bewohner eines Hospizes porträtiert.

Neue deutsche Filme glänzen mit Erstaufführungen und Festival-Erfolgen

In seiner Reihe mit neuen deutschen Filmen zeigt das 27. Internationale Filmfest Emden-Norderney eine facettenreiche Auswahl an neuen deutschen Produktionen, die einen vielfältigen Überblick über das aktuelle deutsche Filmschaffen bieten: Als Uraufführungen sind Florian Schwarz‘ innovativer Cyber-Mobbing-Thriller „Das weiße Kaninchen“ und Frauke Lodders Psycho-Drama „Morpheus“ zu sehen. Cordula Kablitz-Posts faszinierendes Biopic „Lou-Andreas-Salomé“ läuft ebenso als Weltpremiere wie die berührende, stille Doku „To.Pas“ von Susanne Bohlmann. Für heitere Stimmung sorgen die Uraufführungen der Komödien „Heiraten ist nichts für Feiglinge“ von Holger Haase und „Bienvenue in meinem neuen Leben“ von Matthias Tiefenbacher. Ein früherer Gewinner des Emder Drehbuchpreises ist nun im offiziellen Festivalprogramm zu sehen: „Jonathan“ von Piotr Lewandowski. Weitere Höhepunkte in der deutschen Sektion sind „24 Wochen“ von Anne Berrached, „Rockabilly Requiem“ von Till Müller-Edenborn und „Wir sind die Flut“ von Sebastian Hilger. Herausragende Dokumentationen sind „Auf einer Skala von 1 bis 10“ von Katharina Uhland, „Krieg und Spiele“ von Karin Jurschick als Uraufführung und „Meine Brüder und Schwestern im Norden“ von Sung-Hyung Cho.

Foto: "Seven Songs for a Long Life" von Amy Hardie läuft in der Sektion "New British & Irish Cinema"

Veröffentlicht: 27.05.16