12. - 19.06.19           En

Die Preisträger des 27. Internationalen Filmfest Emden-Norderney

Die französischen Komödien „Frühstück bei Monsieur Henri“ von Ivan Calbérac und „Unterwegs mit Jacqueline“ von Mohamed Hamidi sind die großen Gewinner des 27. Internationalen Filmfest Emden-Norderney. Die beiden Filme teilen sich mit einer gleich hohen Bewertung durch das Festivalpublikum den Hauptpreis des Festivals, den mit 10.000 Euro dotierten SCORE Bernhard Wicki Preis. Regisseur Ivan Calbérac nahm die Auszeichnung heute in einer feierlichen Preisverleihung im Neuen Theater in Emden persönlich entgegen. „Frühstück bei Monsieur Henri“ mit Claude Brasseur in der Hauptrolle erzählt von einer skurrilen Zweck-WG in Paris, in der sich ein grantiger Rentner und eine Studentin anfreunden. Das Roadmovie „Unterwegs mit Jacqueline“ handelt von einem algerischen Bauern, der auf einer Wanderung durch Frankreich mit seiner Kuh turbulente Abenteuer erlebt.

Den mit 7.000 Euro dotierten, ebenfalls über eine Publikumsbewertung ermittelten DGB Filmpreis für einen gesellschaftlich in besonderer Weise engagierten Film erhält die norwegische Sozialkomödie „Welcome to Norway“ von Rune Denstad Langlo, in der ein fremdenfeindlicher Hotelmanager eine Flüchtlingsunterkunft in der Provinz Norwegens eröffnet. Den mit 5.000 Euro dotierten NDR Filmpreis für den Nachwuchs erhält das Biopic „Lou Andreas-Salomé“, in der das Leben der berühmten Psychoanalytikerin und Feministin geschildert wird. Regisseurin Cordula Kablitz-Post nahm die Auszeichnung persönlich im Neuen Theater Emden von Holger Ahäuser, Leiter NDR Studio Oldenburg, entgegen.

Die Drehbuchautoren Michael Proehl und Holger Karsten Schmidt, die in „Das weiße Kaninchen“ den beklemmend vielschichtigen Plot um ein Mädchen in den Fängen von Internet-Erpressern entwerfen, werden mit dem Creative Energy Award ausgezeichnet, der mit 5.000 Euro dotiert ist und von einer Fachjury vergeben wird. „Die Autoren haben einen perfekten Thriller geschrieben, der auch zur Aufklärung taugt, weil er das Netz mit seinen Möglichkeiten, falsche Identitäten zu etablieren, nicht verteufelt, sondern das Faszinationspotenzial des Mediums wirkungsvoll mitreflektiert“, heißt es in der Jury-Begründung zur Preisvergabe. „Für den Zuschauer gibt es kein Entrinnen aus der Geschichte mit ihren brutalen Volten und bösen Dialogen. Das ist mehr als spannendes Genre-Fernsehen, das ist vielschichtige Erzählkunst, die den Stoff tief durchdringt.“

„24 Wochen“ von Anne Zohra Berrached, ein berührendes Drama um ein Paar vor der Frage eines Schwangerschaftsabbruches, wird mit dem AOK Filmpreis des 27. Internationalen Filmfest Emden-Norderney ausgezeichnet, der mit 5.000 Euro dotiert ist und über die höchste Bewertung durch das Publikum in diesem Wettbewerb bestimmt wird. Die Regisseurin des Films Anne Zohra Berrached nahm den Preis im Neuen Theater Emden persönlich entgegen. Der Ostfriesische Kurzfilmpreis der VGH, insgesamt dotiert mit 4.000 Euro, geht an „Operator“ von Caroline Bartleet aus Großbritannien (1. Platz), „Samira“ von Charlotte Rolfes aus Deutschland (2. Platz) sowie „Home Suite Home“ von Jeroen Houben aus den Niederlanden. Der Engelke Kurzfilmpreis der Sparkasse Emden, der mit 2.500 Euro dotiert ist, geht an „Unleaded“ des britischen Regisseurs Luke Davies. Ein weiterer Höhepunkt der Preisverleihung war die Vergabe des Emder Schauspielpreises 2016 an Karoline Herfurth. Der Schauspielpreis ist verbunden mit einer Porträtreihe, deren Filme die Künstlerin selbst ausgewählt hat.

Fotos: Ivan Calbérac, Regisseur von "Frühstück bei Monsieur Henri", mit dem SCORE Bernhard Wicki Preis 2016 und Preisstifter Thomas Ehrlich, Geschäftsführer der SCORE-Tankstellen und Mineralölhandels-GmbH / "Frühstück bei Monsieur Henri" / "Unterwegs mit Jacqueline"

 

Veröffentlicht: 05.06.16