12. - 19.06.19           En

Emder Drehbuchpreis-Jury nominiert Stoffe mit prägenden Mutter-Figuren

Drei Bücher mit aktuellen, bislang nicht verfilmten Stoffen, die sich mal als gesellschaftspolitisch brisantes Drama, mal als poetische Selbsterfahrung starken oder prägenden Mutter-Figuren zuwenden, sind für den Emder Drehbuchpreis nominiert, der am Freitag, dem 3. Juni, in Emden vergeben wird. Für die mit 12.000 Euro dotierte und von der Seehafenspedition Jakob Weets gestiftete Auszeichnung sind „Systemsprenger“ von Nora Fingscheidt, „1000 Ameisen“ von Marcus Lenz und Lars Hubrich sowie „Sayonara Rüdesheim“ von Anke Sevenich und Stephan Falk über ein anonymisiertes Auswahlverfahren in die engere Auswahl der vom Grimme-Institut berufenen Jury gekommen. In „Sayonara Rüdesheim“ erzählen Anke Sevenich und Stephan Falk, die für ihr Buch bereits den Deutschen Drehbuchpreis gewonnen haben, von einer jungen Frau, die eine geplante Japanreise absagen muss, um sich in Rüdesheim um ihre schwerkranke Mutter zu kümmern – und dabei ihre Heimat völlig neu für sich entdeckt. In „1000 Ameisen“ von Marcus Lenz und Lars Hubrich geht es um ein Flüchtlingskind aus Albanien, das in Deutschland unter dramatischen Umständen von seiner Mutter getrennt wird. Die Autorin Nora Fingscheidt schildert in ihrem Drehbuch „Systemsprenger“ das Schicksal eines 9-jährigen Mädchen, das von seiner leiblichen Mutter verstoßen wird und einen Leidensweg zwischen wechselnden Pflegefamilien und Anti-Agressions-Trainings durchläuft.

Die Verleihung des Emder Drehbuchpreises findet am Freitag, dem 3. Juni, um 19:30 Uhr im vhs-Forum in Emden (An der Berufsschule 3) statt. Die Jury stellen in diesem Jahr der Filmregisseur Hans Steinbichler („Das Tagebuch der Anne Frank“), die Drehbuchautorin Lena Krumkamp („I Have A Boat“) und der Schauspieler Max Mauff („Wir sind die Flut“). Aus über 80 eingereichten Drehbüchern für einen deutschsprachigen, noch nicht produzierten Spielfilm wählen außerdem die deutsch-iranische Journalistin Gïti Hatef-Rossa sowie Dr. Ulrich Spies, langjähriger Leiter des Referates Grimme-Preis beim Grimme Institut, einen Gewinner für den mit 10.000 Euro dotierten Drehbuchpreis aus. Juryvorsitzende ist die neu berufene Referatsleiterin Grimme-Preis beim Grimme-Institut Lucia Eskes. Je 1.000 Euro gehen an die weiteren nominierten Autoren.

Nominiert wurde die Jury vom Grimme-Institut in Marl.

Foto: Im vergangenen Jahr wurden David Nawrath und Paul Salisbury für „Atlas“ mit dem Emder Drehbuchpreis 2015 ausgezeichnet.

Veröffentlicht: 25.05.16